Deutsche Meisterschaft Armbrust 10 m: eine Siegesserie geht zu Ende

Veröffentlicht auf von Joachim Vogl

Bereits beim Probeschießen war ich davon überzeugt, heute mit der 10-Meter-Armbrust ein ordentliches Ergebnis zu erzielen. So begann ich den Wettkampf mit 97 Ringen. Komisch war nur, dass mir die 1. Serie besser vorkam, als sie tatsächlich war. Und auch die 2. Serie (98 Ringe) – mit einer geschätzten 9,5 und einer 9,9 – fühlte sich deutlich besser an...

Damit hatte ich bereits die Hälfte des Wettkampfs hinter mir und schon fünf "Nasse". Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich mir keine weiteren Fehlschüsse mehr erlauben durfte, um meinen Titel erneut zu verteidigen (Deutscher Meister 2004, 2005, 2006 und 2007). Trotz dieses Wissens fühlte ich mich nicht unter Druck gesetzt. Im Gegenteil: Ich war davon überzeugt, den Stand mit einem Top-Resultat zu verlassen...

In der dritten Serie erzielte ich dann magere 96 Ringe (einer von den vier Neunern war eine weiteren 9,9). Selbst jetzt dachte ich immer noch an ein ordentliches Abschneiden bei dieser Deutschen Meisterschaft. Zudem hatte ich die Hoffnung, dass die ein oder andere Neun vielleicht doch noch als Zehn gewertet werden würde. So beendete ich den Wettkampf mit 98 Ringen...

Es war ein guter Wettkampf, dachte ich: Ich habe stets sauber und konsequent gehandelt. Bei der kleinsten Unsicherheit setzte ich lieber nochmals ab und wurde beim erneuten Versuch, den Schuss abzugeben, jeweils mit einer Zehn belohnt. Es gab keinen Grund, mir etwas vorzuwerfen. Für mich fühlte sich der Wettkampf wie 395 Ringe an...

Erst als ich auf die Anzeigentafel schaute, wurde mir bewusst, dass ich auf nur 389 Ringe kam – ein Albtraum. Nie im Leben hätte ich gedacht, heute ein Ergebnis unter der 390-Ringe-Marke zu erzielen. Schließlich war ich mir so sicher...

Diese Sicherheit reichte heute in der Einzelwertung nur für den 11. Platz. Auch das ist alles andere, als befriedigend. Ebenso fatal: Der Deutsche-Meister-Titel ging heuer mit nur 392 Ringen weg – ein Ergebnis, das ich normalerweise "im Schlaf" schieße. Nur eben heute nicht. Dabei wäre es doch so leicht gewesen... Und dann sagte ein Schützenkollege gerechtfertigter Weise zu mir: "Irgendwann geht jede Siegesserie zu Ende". Wie wahr, dachte ich...

Und obwohl ich mich über mein Abschneiden ärgere, hält sich der Frust in Grenzen. Einerseits deswegen, weil ich jetzt nicht mehr unter dem Druck stehe, mich immer wieder als Bester beweisen zu müssen und andererseits deswegen weil wir (Norbert Ettner - 392 Ringe, Bernd Schott - 391 Ringe und ich) erneut den Deutschen-Meister-Titel in der Mannschaftswertung (diesmal mit einem Vorsprung von 15 Ringen!) verteidigen konnten...

 

Joachim Vogl (4. von links) wird erneut zusammen mit Bernd Schott (5. von links)
und Norbert Ettner (3. von rechts) Deutscher Meister in der Disziplin Armbrust 10m. 
Foto: ((copyright folgt))

 

Und dann gab es da auch noch den Wettbewerb mit dem Zimmerstutzen: Mit 277 Ringen (94/92/91) belegte ich Platz 31. Jetzt fühle ich mich ausgepowert und und gleichzeitig "befreit"... 

Alle Ergebnisse zur Deutschen Meisterschaft 2008 sind im Internet unter http://www.schuetzenbund.de/results_srugies/ zu finden.

 

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