Luftgewehr-Training: erste Eindrücke vom Anatomic

Veröffentlicht auf von Joachim Vogl

Lange genug habe ich den Test mit dem Walther LG300XT Anatomic vor mir hergeschoben. Heute hatte ich endlich mal die Zeit und die Ruhe, mir das besagte Luftgewehr meines Sponsors etwas genauer "anzuschauen"...

  Das Walther LG300XT Anatomic bietet einen Holzschaft mit den Verstellmöglichkeiten eines Aluschaftes.
Foto: Carl Walther Sportwaffen GmbH

 

Obwohl diverse Grundeinstellungen am System, zum Beispiel der Abzug, perfekt voreingestellt sind, kann die Anpassung  durchaus etwas Zeit an Anspruch nehmen... Nach rund einer Stunde hatte ich das LG300XT Anatomic meinen Bedürfnissen angepasst. Als Vorlage diente auch mein bisheriges und aktuelles System – das LG300XT im LGM-2-Holzschaft...

 

Das "Neue" dem "Alten" angepasst:
das Walther LG300XT Anatomic und das LG300XT im LGM-2-Holzschaft. 
Foto: Joachim Vogl

 

Ein paar wesentliche Dinge (im Vergleich): Bislang kam ich ohne Visierlinienerhöhung aus – nicht so beim Anatomic. Um auf die gleiche Visierlinienhöhe zu kommen, sah ich mich gezwungen, die im Lieferumfang enthaltene Visierlinienerhöhung einzusetzen.

Zwar wurden bei der Entwicklung der Anatomic-Vorderschaftauflage die Bedürfnisse der Aufgelegt-Schützen mit einbezogen, ich aber musste von der Auflage bereits im Vorfeld Material wegnehmen, um das Luftgewehr überhaupt halten zu können, ohne dabei die Stützhand zu verändern (Waffe liegt zwischen Daumen und Zeigefinger). 

Jetzt wollte ich natürlich wissen, wie ich mit dem Anatomic zurecht komme. Nach ein paar Probeschüssen legte ich also mit einer Munition los, die ich nicht auf den Lauf abgestimmt hatte: 100/99/99/99. Ich kann nicht behaupten, dass mir die 397 Ringe schwerer oder leichter gefallen wären, als mit meinem bisherigen System. Ich kann auch nicht behaupten, dass das Anatomic besser oder schlechter ist. Aber es ist anders. Und "Anders ist besser", behauptet Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in seinem Bestseller. Das Anatomic liegt sehr gut im Anschlag, besticht durch das Design (Holzschaft mit den Verstellmöglichkeiten eines Aluschaftes), ist erstklassig verarbeitet und es macht einfach Spaß, damit zu schießen.

Um den marginalen Unterschied (bezüglich der Leistung ) zwischen dem alten und dem neuen System noch etwas zu verdeutlichen, schoss ich eine weitere Serie mit dem LG300XT im LGM-2-Holzschaft. Das Ergebnis: 100 Ringe. Bleibt also wohl nur die Frage, wann ein möglicher Umstieg auf das Anatomic erfolgen kann?   

 

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M

Servus Joachim,

Verzeihung, hab deine Antwort erst jetzt gesehen. Noch mal vielen Dank. Ich trainier jetzt einfach noch a mal a bisserl mit dem 601er und wenn's mich juckt dann werde ich mir das Anatomik sicher
auch mal anschaun. Wie gesagt, preislich ist das schon noch ein rechter brocken. Vielen Dank für dein freundliches Hilfsangebot, vielleicht komme ich darauf zurück ;)
Mit Schützengruss und dir "Gut Schuss"!
Markus


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M
Auweh ;) Jetzt nur kein Schmarrn verzaehlen.. Ja also ich 92 grad dem SG Immergruen beigetreten bin, kam Hans grad siegreich aus Seoul.. er hat mir auch das Gewehr besorgt damals. Nur, im Moment bin ich bei meim Verein eine Kartei leiche, weil ich schon laenger im Ausland wohn. Ich schiess also im Moment in einem 2. Verein in Ausland ;) Noch a mal zum 601er, das mit dem Absorber is mir auch schon aufgefallen aber ich kann im Moment noch ned so recht beurteilen wie gross der Unterschied ist. Letztendlich spuerst oder verziehst du den Schuss ja immer dann wenn auch an der Technik grad was ned stimmt. Also vielleicht gar ned so schlecht wenn ich noch a bisserl mit dem alten Gewehr Trainier ;) Aber da ich heute 555 Punkte im Training hatte, kann ich mich vielleicht doch bald mit einem neuen Gewehr belohnen. Das Anatomic gefaellt mir rein optisch super, aber ich hab es noch nicht in der Hand gehabt, nur mal das 700er Alu beim Holme. Und Preislich sind da ja leider schon noch Klassen zwischen den beiden Gewehren.. Ich belasse es jetzt mal dabei bedanke mich noch mal fuer dein Feedback und verfolge einfach wieder schweigsam deinen interessanten Blog ;) Gut Schuss Joachim !!!
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J


Hallo Markus,
noch mal zu Deinem 601er: Der Unterschied zwischen diesem und einem aktuellen Luftgewehr ist aus meiner Sicht schon recht deutlich – nicht nur technisch, sondern auch preislich, wie Du richtig
bemerkt hast. 
Dennoch: Mit dem 601er hast Du eine vernünftige Basis, wieder in den Schießsport einzusteigen. Und falls Du doch irgendwann mal ein Anatomic (oder ein anderes Walther-Luftgewehr) haben
möchtest oder ich Dir anderweitig weiterhelfen kann, darfst Du Dich gerne wieder melden – ich helfe gerne!
"Gut Schuss" und ein schönes Wochenende wünscht Dir 
Joachim   



M
Servus Joachim, Merci für deine Antwort, ich finde das super, dass du den anderen Schützen gegenüber so bodenständig geblieben bist und über deinen Blog mit uns kommunizierst. Danke für deine Ausführung zum LG Material. Ich habe nach 10 Jähriger Schiesspause mein altes 601er wieder ausgepackt und bin am überlegen ob ein neues Gewehr rentiert. Darum hatte mich auch deine Meinung zu den neuen Gewehren interessiert. Ich vermute, ich werde aber erst mal bei meinem alten 601er bleiben, ich hab eh ein Paar Teile ausgewechselt und letztenlich weiss ich, dass der Riederer Hansi aus unserm Verein damit auch seine 598 geschossen hat.. also muss es auch mit diesem Gewehr noch gehen und es liegt mir eigentlich super vom Gefühl her. Vielleicht belohne ich mich ja mal mit einem neuen Gewehr wenn ich die 570 durchbreche ;) Was mir aber generell am Anatomic und am 700er wie auch beim Tesro noch gefällt ist, dass es noch ein paar Holzteile gibt. Diese modernen Alu- und Platikkanonen fühlen sich einfach kalt an.. Nur im KK bereich scheint sich Holz noch besser zu halten.
Antworten
J

Mensch Markus,
Du schießt im selben Verein, wie Hans Riederer? Na dann hast Du ja die besten Möglichkeiten überhaupt!  (Ohne Hans wäre ich nicht zum Leistungssport gekommen. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Vogl) Ich halte ihn nach wie vor für den besten Luftgewehrschützen, den Deutschland jemals
hatte!
Aber zurück zu Deinem 601er: Wenn Dir das FWB liegt, spricht nichts dagegen, der Waffe vorerst treu zu bleiben. Technisch hat sich seither aber schon einiges verändert, z.B. Absorber
usw. Ein wesentlicher Unterschied von Deinem 601er zu den aktuellen Modellen wirkt sich in der Praxis so aus, dass Du den Schussabgang mittlerweile wirklich nur noch hörst und nicht mehr
fühlst. 
Deine Einschätzung, was die Holz(an)teile an den neueren Luftgewehren anbelangt, ist absolut richtig. Mir persönlich liegt beispielsweise auch der sehr holzlastige Anatomic-Schaft mehr, als
der kalte Alutec-Schaft. Vielleicht bin ich da ein bisschen altmodisch, aber für mich gehört zu einem Gewehr einfach (noch) ein Holzschaft. Viele andere Sportschützen sehen das übrigens auch
so...
"Gut Schuss" wünscht Dir
Joachim   


M
Ich verfolge schon lange deinen Blog, der ist auch immer sehr interessant. KLeine Frage zum Schiessmaterial. Hast du zufällig Erfahrung mit anderem Luftgewehren und wie kannst du diese Beurteilen? Falls du dazu mal einen Beitrag schreiben könntest, das wäre echt interessant für uns Schützen. Uns interessiert ja die Meinung der Profis ;)
Antworten
J


Hallo Markus,
vielen Dank für Deinen Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe!
Seit 1994 bin ich der Marke WALTHER treu. Davor habe ich Feinwerkbau geschossen. Insofern sind mir auch andere Hersteller nicht fremd. 
Deine Frage, wie ich Luftgewehre beurteilen kann, verstehe ich nicht ganz, will aber trotzdem versuchen, Dir eine hilfreiche Antwort zu geben: Ich übe den Schießsport seit mittlerweile rund
23 Jahren aus – und dies intensiver, als die meisten anderen Sport- oder Luftgewehrschützen. (Zwischen meinem 18 und 25 Lebensjahr trainierte ich 5 x die Woche, je rund 3 Stunden
plus 3 x wöchentliches Lauftraining.) Unabhängig davon stellt sich meines Erachtens nicht die Frage, welcher Hersteller das bessere Luftgewehr anbietet (denn technisch ausgereift und gut
verarbeitet sind sie mittlerweile wirklich ALLE!), sondern welches Luftgewehr dem jeweiligen Schützen besser liegt. D.h., einfach mal die verschiedenen Angebote in die Hand nehmen
und sich für das Modell entscheiden, das Dir persönlich am ehesten zusagt... 
Genau aus diesem Grund schieße ich WALTHER, denn für mich gibt es nach wie vor keinen besseren Schaft, als den vom LGM-2. Aber wie gesagt, letztlich ist es eine reine
"Gefühlssache". 
Bei weiteren Fragen stehe ich Dir gerne zur Verfügung! 
Viel Erfolg bei den Luftgewehr-Tests und stehts "gut Schuss" wünscht Dir
Joachim