Bayerische Meisterschaft Armbrust 10m: Befreiungsschlag gelungen

Veröffentlicht auf von Joachim Vogl

Die Vorzeichen für eine erfolgreiche Bayerische Meisterschaft Armbrust 10m waren alles andere als gut... 

Als Linksschütze auf Stand 51 hatte ich in München/Hochbrück die Wand der Luftgewehr-Halle direkt vor der Nase und dadurch nicht ausreichend Platz, meine 10-Meter-Armbrust vernünftig ablegen zu können. Von oben tropfte Regenwasser durch die Decke. Und dann dachte ich ständig noch an das gestrige Training. Von der EM-Ausscheidung in Inden/Altdorf will ich erst gar nicht sprechen... 

Als um 9.45 Uhr der Wettkampfbeginn durch den Hallensprecher angesagt wurde, hatte ich keine Scheiben, auf die ich schießen konnte, weil der zuständige BSSB-Mitarbeiter mit der Scheibenausgabe überfordert war. Ganz offensichtlich ging es hier für mich so weiter, wie es in Altdorf aufgehört hatte. Daher stellte ich mir die berechtigte Frage, welche Überraschungen der bevorstehende Wettkampf mit sich bringen würde? 

Verunsichert begann ich um 9.52 Uhr mit dem Probeschießen, das auch nicht besser oder schlechter lief, als sonst. Ich eröffnete den Wettkampf dann positiv überrascht mit 99 Ringe und stellt dabei fest, dass mir all die Schüsse, die mir in jüngster Vergangenheit "um die Ohren flogen", nun endlich wieder die Mitte trafen. Und plötzlich hatte ich wieder Vertrauen in das gewonnen, was ich tat, nutzte diese Phase und erzielte in der zweiten Serie saubere 100 Ringe. In der dritten Serie legte ich nochmals 99 Ringe nach. Dann meldete sich meine innere Stimme: "Hey, Du bist ja richtig gut unterwegs. Das kann ein Bombenergebnis werden"... 

Trotz meiner langjährigen Erfahrung platze mir in diesem Moment der A.... und ich begann die vierte und letzte Serie mit einer Neun. Bis zur Mitte dieser Serie folgten zwei weitere Neuner, wovon ich bei einem dachte, dass es mit etwas Glück vielleicht auch noch ein 10er sein könnte. "Verdammt, jetzt reiß dich zusammen und konzentriere dich auf jeden einzelnen Schuss", sagte ich mir selbst. "Schieß konzentriert und sauber!" Auch wenn es mir nicht leicht fiel, beendete ich den Wettkampf souverän und erzielte abschließend 97 Ringe. In dem Moment ballte ich kurz die Faust – endlich wieder ein vernünftiges Ergebnis! Mir war ein Befreiungsschlag gelungen.  

Mit insgesamt 395 Ringe wurde ich dann Bayerischer Meister in der Einzelwertung. Und ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mich zuletzt so über einen Bayerischen Meistertitel gefreut habe, selbst wenn man mir das auf dem unten stehenden Foto nicht ansieht. 

Auch in der Mannschaftswertung lief es wieder wie am Schnürchen: Wir, "Der Bund", wurden mit 1.180 Ringe Bayerischer Mannschaftsmeister – das wäre, wenn wir dieses Ergebnis bei der Deutschen Meisterschaft erzielt hätten, ein neuer Deutscher Rekord.  

 

  

Wieder obenauf:
Joachim Vogl wird mit der 10-Meter-Armbrust
Bayerischer Meister 2009.
Rechts: Franz Schreiner, der Drittplatzierte in der Einzelwertung
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Foto: Claus-Peter Schlagenhauf

 

Um 11.45 Uhr trat ich bei der Bayerischen Meisterschaft dann noch mit dem Zimmerstutzen an. Die Ausbeute: 36. Platz in der Einzelwertung mit 274 Ringe (90/92/92). Die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft ist damit auch in dieser Disziplin sichergestellt.

 

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